Schmuckkreuze und Gedenksteine laden zum Verweilen ein und erinnern an den kirchlichen Auftrag auf dem Friedhof

„Der kirchliche Friedhof ist die Stätte, auf der die Kirche ihre verstorbenen Glieder zu Grabe geleitet. Sie gedenkt der Verstorbenen und vertraut sie der Gnade Gottes an. Sie ruft die Lebenden zum Heil in Christus. Sie verkündigt dabei den Tod als Gericht Gottes über alles irdische Wesen und bezeugt die Auferstehung Jesu Christi als Sieg über Sünde und Tod.

Auch zu der Zeit, in der das Evangelium auf dem Friedhof nicht verkündigt wird, ist der Friedhof mit seinen Grabstätten und seinem Schmuck der Ort, an dem die Verkündigung sichtbar bezeugt und der Verstorbenen und des eigenen Todes gedacht wird.“ Mit diesen Worten zu Beginn der Friedhofssatzung wird der Grund des Bestehens kirchlicher Friedhöfe zusammengefasst.

Auf dem Friedhof der esm in Lenkerbeck sind am 11. Oktober die ersten kunstvoll gestalteten Steine aufgestellt worden, die den kirchlichen Auftrag auf dem Friedhof unterstreichen sollen. Zum einen handelt es sich um ein massives Kreuz aus mittlerweile selten gewordenem hessischem Diabás, auf dem ein Christuskorpus in zarten Linien eingehauen ist. Dieser befindet sich im Eingangsbereich des Haupteingangs gegenüber der Johanneskapelle. Zum zweiten steht nun am Rande eines Rasenreihengrabes ein Kreuz aus Andeer-Felsgestein, der den Bibelspruch aus dem 1. Vers des 130. Psalms trägt: „Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir.“

Diesen beiden ersten Kunstwerken sollen weitere folgen. „Alle Sammel-schmuckstellen am Rande der Rasenreihengrabfelder sollen ähnliche Ausschmückungen erhalten“, erklärt der Vorsitzende des Friedhofsausschusses, Pfr. Peter van Doesburg, die Pläne für die nächsten Monate.

Ausserdem werden neben den Grabfeldern der ehemals anonymen Bestattungen Gedenktafeln für die dort Bestatteten aufgestellt werden. „Vor Gott gibt es keine Anonymität und wir bekennen, dass bei ihm niemand verloren oder vergessen geht, deshalb ist die Namensnennung an den Grabfeldern auf einem christlichen Friedhof unverzichtbar,“ erläutert Peter van Doesburg.

 

 

Psalm 130,1

„Aus der Tiefe rufe ich, HERR, zu dir."

In den dunklen Wochen des Novembers kommen vielen Menschen die belastenden und traurigen Momente des Lebens besonders nah. Erinnerungen und Trauer, zumindest Wehmut überfälltsie an düsteren Tagen oder in Stunden schlafloser Nächte.

Nicht selten suchen sie Trost auf den Friedhöfen. Die Zahl der Besucher ist ein deutliches Zeichen dafür. Und gerade die kirchlichen Friedhöfe versuchen nach dem Beispiel der Psalmbeter, die sich auch in ihrer Trauer Gott zuwenden, die Menschen zur Hinwendung zu Gott einzuladen.

„Der kirchliche Friedhof ist die Stätte, auf der die Kirche ihre verstorbenen Glieder zu Grabe geleitet. Sie gedenkt der Verstorbenen und vertraut sie der Gnade Gottes an. Sie ruft die Lebenden zum Heil in Christus. Sie verkündigt dabei den Tod als Gericht Gottes über alle irdischen Wesen und bezeugt die Auferstehung Jesu Christi als Sieg über Sünde und Tod.


Auch zu der Zeit, in der das Evangelium auf dem Friedhof nicht verkündigt wird, ist der Friedhof mit seinen Grabstätten und seinem Schmuck der Ort, an dem die Verkündigung sichtbar bezeugt und der Verstorbenen und des eigenen Todes gedacht wird.

Der kirchliche Friedhof weist auf das christliche Menschenbild hin, das Lebende und Tote in einer Gemeinschaft vor Gott versteht und zugleich die Einmaligkeit und Unverwechselbarkeit eines jeden Menschen vor Gott betont.“

(Auszug aus der Präambel der Friedhofssatzung)

Die Mitglieder des Friedhofsausschusses der esm sind bemüht, diesen Grundsätzen in der Gestaltung unseres Friedhofs gerecht zu werden.

Psalm 39,13

„Höre mein Gebet, Herr, und vernimm mein Schreien, schweige nicht zu meinen Tränen.“

(Tageslosung am 20. November, Buß- und Bettag)

Voller Verzweiflung wendet sich der Psalmbeter an den Gott, dessen Gegenwart er nicht mehr wahrnehmen kann. Von ihm verlassen, unbeachtet und einsam fühlt er sich. Seine Not, sein Leid, seine Trauer scheinen nicht einmal Gott zu interessieren.

Und „dennoch“ (Ps. 73) wendet er sich zu ihm hin, fordert ein, woran er sich aus den Verheißungen erinnert und vielleicht auch aus den Erfahrungen besserer Tage: Höre doch endlich hin, wenn ich zu dir rufe. Lass dich doch wenigstens durch mein Schreien aufmerksam machen. Gib mir doch wenigstens
ein kleines Zeichen deines Interesses an mir und meiner Situation. Das würde mir zum Trost schon reichen. Das könnte meine Tränen schon trocknen.

Wer kennt diese Situationen zwischen Hoffen und Bangen, Glauben und Zweifeln, Verzweiflung und Suche nach Auswegen nicht? Der Psalmbeter erinnert uns mit seinem Ruf daran, wie menschlich wir Gott gegenübertreten dürfen. Vornehme Zurückhaltung und diplomatisches Auftreten sind ihm gänzlich fremd. Er wirft seine Situation in aller Realität vor Gottes Füße und fordert Gottes Hilfe fast frech ein. Behält damit selbst im Gefühl der Gottverlassenheit einen Rest Hoffnung und Vertrauen darauf, dass Gott letztlich so, wie er es gerade verspürt, ja nicht ist. Und öffnet sich damit für die leisen Töne, mit denen Gott sich ihm zuwenden wird.

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